Isle of Skye Trail - 19. bis 28. September

Portree, die größte Stadt der Insel
Portree, die größte Stadt der Insel

Mittlerweile traditionell, die letzte Septembertour auf die Isle of Skye. Schon beim Überqueren der Skyebridge bei der Anreise wurde Sie Ihrem Namen gerecht: Dichter Nebel samt Sprühregen. Einige fragten sich schon hier warum denn eigentlich Sonnencreme auf unserer Packliste steht. Nun am Ende des ersten Tages erinnerte sie ein leichter Sonnenbrand daran. Nach Ankunft in Portree und Bezug unseres Quartiers ging es zur Lagebesprechung ins Pub unseres Hotels. Ein kleines Whisky-Tasting schloss den Anreisetag ab. Kurz nach 9 Uhr früh am nächsten Morgen, brach unser kleiner Tross mit dem Bus nach "Rubbha Hunish" auf - dem Startpunkt unserer 8tägigen Trekkingtour. Knapp 130 Kilometer warteten darauf von uns erobert zu werden. Während der 50 minütigen Fahrzeit wurde es immer sonniger und so konnte es etwas später bei Prachtwetter auch schon losgehen. Die Insel hatte zu dieser Zeit schon länger keinen wirklichen Regen gesehen und so überraschten uns herrlich trockene Wege. Zumindest mal zu Beginn. Beim Bothy am nördlichsten Zipfel der Insel wurde eine längere Pause samt Sonnenbad eingelegt. Man wird halt doch immer wieder aufs Neue überrascht.

Prächtiges Wetter zum Start der Tour
Prächtiges Wetter zum Start der Tour

Riffs und bizarre Felsformationen waren nun unser stetiger Begleiter bis hin nach "Flodigarry". Neu, selbst für uns, war die Erfahrung eine Ärztin als Teilnehmerin dabei zu haben. Warum? Nun, wir bekamen alle eine gratis Einschulung zum Thema "Magic Mushrooms". Sehr anschaulich und mit jede Menge Spaß. Was hier alles so wächst! Auf der Terrasse beim Pub des Flodigarry Hotels genossen wir die Sonne samt Bier und Whisky. Obwohl das Lokal zur Gänze neu gestaltet wurde, wollten wir uns weitere Sonnenstrahlen nicht entgehen lassen. Da es von hier nur noch eine halbe Stunde bis zum ersten Camp war viel unsere Pause etwas länger aus. Am "Loch Langaig" schlugen wir schließlich unsere Zelte auf. Martin, ein äußerst freundlicher Slowake der hier ebenfalls schon sein Zelt aufgestellt hatte, lud uns sofort auf eine Runde Slibowitz ein. Und was soll ich sagen, keinerlei Einwände unserer Truppe. Es wurde ein lauer, fröhlicher erster Abend in freier Natur. Eindrücke wurden verarbeitet und einfach die Natur genossen. Mit der Vorfreude auf den nächsten Tag ging es unsere Kuschelburgen. 

Rast mit Blick auf Quiraing
Rast mit Blick auf Quiraing

Unverändert herrliches Wetter begrüßte uns auch am nächsten Morgen. Und Thomas unser verwegener Krankenpfleger aus Wien stürzte sich nach dem Frühstück tatsächlich in unseren See. Wobei ich sagen muss, so warm war das Wasser nun denn auch wieder nicht. Aber ihm machte es sichtlich Spaß. Die Gebirgsformation "Quiraing" wartete nach Abbruch des Lagers auf uns. Jedoch ohne Bäche und herabstürzende Wassermassen wie gewohnt.  So trocken hab selbst ich die Insel noch nicht erlebt. So wurde bei den seltenen Wasserrinnen immer wieder fleißig Wasser nachgefasst. Nach Meisterung dieses Abschnittes wurde eine längere Rast eingelegt und es konnte mit den Bergen des "Trotternish" weitergehen. Erstmals übrigens, den in der Vergangenheit waren wir jeweils am schlechten Wetter gescheitert. Mit stetigen Auf und Ab ging es herrlich flott voran und irgendwann war auch mit den Tagesausflüglern Schluss und die Natur gehörte nun uns ganz allein. Bei einem romantischen Wasserfall, der sich hervorragend als Dusche eignete, entstand unser zweites Lager. Früher als geplant und so blieb uns ausreichend Zeit um mal richtig faul zu sein. Wahrscheinlich als Vorahnung zum nächsten Tag.

Camp am Trotternish
Camp am Trotternish

Schon der erste Blick aus dem Zelt zeigte, mit Schönwetter war es vorerst mal vorbei. Wolkenverhangener Himmel soweit das Auge sehen konnte. Nach dem ersten Anstieg wurde auch der Wind heftiger und nach zwei Stunden war Schluss mit lustig. Hinter einer Feldmauer gekauert legten wir einigermaßen windgeschützt unsere erste Pause ein. Was folgte war Trekkingkampf pur. Dichtester Nebel, immer stärkerer Wind und Regen der von oben, links, rechts und unten kam. Nur dank GPS konnten wir uns hier durchbeißen. Erst die letzte halbe Stunde vor unserem Camp am "An Stòr" konnten wir aufatmen. Rasch waren die Zelte aufgestellt, reingestürzt in die Hütte, zugezippt und endlich war "Windaus" zu vermelden. Schnell raus aus den nassen Sachen, rein in die Thermounterwäsche und einen Whisky später strahlten wieder alle Gesichter. Die feurig scharfe Bijun Suppe wärmte uns jetzt vollends. Der harte Arbeitstag zeigte seine Wirkung und lies uns frühzeitig ins Land der Träume reisen.

Blick auf Portree und 'An Stor' im Hintergrund
Blick auf Portree und 'An Stor' im Hintergrund

Grau in Grau, so präsentierte sich Tag 4 am Morgen. Bei solchen Wetteraussichten gingen wir den Tag bewusst gemütlich mit einem ausgiebigen und langen Frühstück an. Beim Abstieg vom "An Stòr" der imposanten und mehr als 50 Meter hohen Felsnadel, war der Ausblick auf den Küstenabschnitt nach "Portree" alles andere als gut. Peitschende Winde und echt böse Regenschauer. Da es sich bei diesem Abschnitt unserer Trekkingtour um ausschließlich wegloses Gelände handelt, entschlossen wir uns nach dem einstündigen Abstieg die Straßenvariante nach "Portree" zu nehmen. Die richtige, weil "windlose" Entscheidung. Dadurch konnten wir schon zweieinhalb Stunden später unter der Dusche ein Liedchen trällern. Nach dem wir auch der Ausrüstung eine Reinigung verpasst hatten, gönnten wir uns einen relaxten Nachmittag samt kleinem "Mützerl". Beim anschließenden Abendessen im Pub unseres Hotels war nicht nur der Hunger groß, sondern auch die Erzähllust über unsere Challenge der letzten Tage.

Entlang des Loch Sligachan
Entlang des Loch Sligachan

Ab heute war der Wettergott wieder auf unserer Seite, zumindest an diesem Tag. Wenig bis gar kein Wind und immer wieder strahlender Sonnenschein. Mit einem Abstecher ins Heritage-Zentrum etwas außerhalb von "Portree" und noch einen genüsslichen Cappuccino ging es Richtung "Loch Sligachan". Heute mussten wir ausnahmsweise Mal ein paar Kilometer Asphalt in Kauf nehmen. Bei diesem herrlichen Wetter hatten wir dies rasch abgearbeitet. Mit Blick auf die traumhafte Bucht von "Camas a´ Mhòr - bhenoil" (welch ein Name!) liesen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne auf den Bauch scheinen. Die letzten zwei Stunden entlang des "Loch Sligachan" zum gleichnamigen Tagesziel gehört zu den schönsten Abschnitten dieser Tour. Als Karotte des Antriebs kann man in weiter Ferne schon die größte und schönste Whisky-Bar der Insel erspähen. So wird man einfach von ganz alleine immer schneller. Flugs das Zelt auf der Campsite aufgestellt, rein unter die Dusche und losgestürmt zum Abendessen an die Bar. Was folgte war ein feuchtfröhlicher Abend und ein Wiedersehen mit Martin unserem Slowaken vom ersten Abend.

Aufbruch von der Camasunary Bay
Aufbruch von der Camasunary Bay

Was am Morgen noch nach einen schönen Wandertag aussah, erledigte sich nach rund einer Stunde. Zum Glück tauchten die imposanten "Cullin Hills" erst danach in eine dichte Wolkendecke ein. Wäre wirklich schade gewesen diese nicht zu sehen. Danach packten wir fröhlich unsere Schwimmflügerl aus und weiter ging's. Der Regen wurde immer stärker, doch zum Glück hielt sich der Wind zurück. Beim finalen Anstieg und Ausblick zum Tagesziel an der "Camasunary Bay" kämpften wir uns bei sintflutartig anmutenden Regen zum "Bothy" direkt am Meer durch. Bothies sind einfache und zumeist auch gepflegte Schutzhütten. Da dieses zu dieser Kategorie gehörte und jede Menge Platz frei war, entschieden wir uns für einen lässigen Hüttenabend am Meer. Muss man auch erlebt haben und Spaß hat's obendrein auch noch jede Menge gemacht.

Auf dem Weg zum letzten Camp
Auf dem Weg zum letzten Camp

Ein prächtiges Farbenspiel wie es nur auf der Isle Skye zu finden ist, überraschte uns am nächsten Morgen. Ein wahres Paradies in leuchtendem Gelb. Der Wind blies zwar ganz schön kräftig, aber nach rund einer Stunde Aufstieg und auf der anderen Seite der Bucht: Windfreier Sonnenschein ohne Ende. Fast! Eine längere Pause wurde zur Fotosession umfunktioniert. Den darauffolgenden Bergkamm liesen wir aufgrund extremer Winde am Berg aus. Nach Umrundung auf der kaum befahrenen Straße - Sonnenbad direkt am Strand. Aber nur kurz! Innerhalb von 5 Minuten zog es zu, 10 Minuten Wind und Regen und schon konnten wir wieder das Regenzeugs, Regenzeugs lassen. Im "Blue Shed Cafe" in "Torrin" wurde bei Ingwerbier ausgiebig eine Pause eingelegt. Derart gestärkt schafften wir locker die letzte Stunde zum Nachtlager am Traumstrand der Insel. Überwältigt von diesem Anblick, stürzte sich der Germane unserer Runde schnurstracks in die Fluten. Wenn man ihm dabei zusah konnte man meinen die Wassertemperatur hätte angenehme 25 Grad oder so. Eine kurze, barfuße Überprüfung belehrte mich rasch eines Besseren. Also meinen allerhöchsten Respekt. Etwas später wurde das letzte 2gängige Menü unter freiem Himmel zubereitet.

Badefreude
Badefreude

Angenehme Temperaturen und bewölkt. So der Wetterstatus zum Tage. So lässt es sich herrlich durch die Gegend wandern. Der nun folgende Küstenabschnitt ist an Naturschönheit kaum zu überbieten. Der Weg hin zum "entführten" Dorf "Boreraig" kann einfach nur als hammermäßig beschrieben werden. Mehr geht nicht - echt nicht! Ein Müsli-Riegel-Päuschen später folgte der letzte Anstieg dieser Tour. Beim darauffolgenden Abstieg wollte uns die Isle of Skye letztmalig auf unsere Wetterfestigkeit testen und öffnete die Schleusen. Aber nach neun Tagen auf dieser spektakulären Insel, konnte uns der letzte Regenschauer auch nicht mehr beeindrucken. Im flach dahinlaufenden finalen Zieleinlauf wurde schon fleißig geblödelt und gescherzt und mit neuer Rekordzeit (Ja, Ihr wart eine echt flotte Truppe!) der letzte Tag beschlossen. Wir waren so schnell, dass unser Quartier noch gar nicht bereit für uns war. Herrlich! Warum? Das Pub wartete gleich nebenan auf uns. Sláinte!


Die Bilder zu dieser Trekkingtour in Schottland