Rob Roy Path - 9. bis 16. Juni

Start beim berühmten Obelisken des West Highland Ways
Start beim berühmten Obelisken des West Highland Ways

Es war wieder einmal Zeit für Rob Roy. Jenem schottischen Nationalhelden, dem der große Romancier Sir Walter Scott mit seinem gleichnamigen Roman zu unvergesslichen Ruhm verhalf. Auf belegten historischen Pfaden wollten wir auf seinen Spuren wandern, bis hin zur letzten Ruhestätte in "Balquidder". Einem Stadtbummel durch Glasgow später landeten wir im nördlichen Vorort "Milngavie". Bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Morgen konnte es auch schon losgehen und wir machten uns auf den Weg in den "Loch Lomand & the Trossachs National Park". Schon am Vorabend merkte man, dass sich unsere "Deutsch/Österreichische Truppe" auf Anhieb bestens verstand. Es sollte eine unserer lustigsten und fröhlichsten Wandertouren durch die schottischen Highlands werden. Herrliches Wetter, gut gelaunte Wanderer und einzigartige Natur, besser geht's nicht. Nach "Allander Water" und "Mugdock Wood" legten wir unsere erste Rast am "Loch Craigallian" ein. Halbzeit des ersten Tages war mit der "Glengoyne Distillery" erreicht. Mit ein Grund unserer Variante des Weges. Führung und Tasting gab Einblick in die hohe Kunst der Whiskybrennerei. Oder wussten Sie, dass man 100 Liter Wasser für eine Flasche Whisky benötigt? Eben. Es gilt auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen :-) ! Gemütlich wurde weiter gewandert, am legendären Kühlschrank der Durst gelöscht und am Tagesziel in "Drymen" im ältesten Pub von Schottland im "The Clachan" zu Abendgeschmaust.

In den "Trossachs" lässt es sich einfach herrlich wandern
In den "Trossachs" lässt es sich einfach herrlich wandern

Jetzt sind wir mittendrin im National Park und verlassen nach einer Stunde endgültig die Pfade des West Highland Ways, welchem wir dem ersten Tag gefolgt sind. Wieder ist Sonnenschein angesagt. Einfach unglaublich! Bei Wandertouren in Schottland kennt der Schreiber dieser Zeilen einfach keinen Regen. An einem Bachlauf im "Muir Park Reservoir" wird fleißig Sonnencreme geschmiert, die Natur genossen und um die Wette geblödelt. Wenig später bewundern wir die Wasserversorgung Glasgows, die das frische, kühle Nass nur durch natürliches Gefälle in die größte Stadt Schottlands bringt. Weiter geht es durch das klassische Bild der Highlands: Flüsse, Berge und Seen. Nachdem wir auch noch den "Drumore Wood" durchwandert hatten, konnten wir bereits "Aberfoyle" erblicken. Kurz nach dem historischen Friedhof der Stadt hatten wir richtig "Schwein", oder besser gesagt: "Pelzige Glückschweine".  Im Gastgarten des "Forth Inn", unserem heutigem Quartier, wurden noch ausgiebig die Sonnenstrahlen genossen, Ranger-Menüs konsumiert und jede Menge gute Laune verbreitet. Ein Tagesausklang wie er sein soll. Wenn Sie sich jetzt noch fragen was ein Ranger-Menü ist, sollten Sie unbedingt einmal bei einer unserer Wander- und Trekkingtouren in Schottland mit von der Partie sein.

Nach den Flanken der "Menteith Hills"
Nach den Flanken der "Menteith Hills"

"Full Scottish Breakfast" ist der ideale Einstieg für einen weiteren Wandertag und wie soll es anders sein - bei Prachtwetter. Ich liebe diese Wanderung hinauf und entlang der Flanken der "Menteith Hills". Gemütlich, eins mit der Natur und einer bestens gelaunten Wandertruppe, macht einfach nur Spaß! Am Ende einer wunderschönen Hochebene mit zahllosen Schafen, die brav als Fotomodells herhielten, legten wir eine längere Rast ein. Es war einfach zu schön um gleich weiter zu gehen. Nach einem kleinem, entzückenden See und einem kurzen Waldstück danach, ragte er plötzlich vor uns auf: "Ben Ledi" - der größte Berg in den Trossachs. Zu seinen Füßen: "Loch Venachar". Wenig später wurden an den Ufern des Sees eine weitere Pause eingelegt und zum Duell gefordert. Kleine, flache Steine und ein See, wer kann da schon widerstehen. Keine Ahnung wer gewonnen hat, aber es hat mächtig Spaß gemacht. Es war noch knapp eine Stunde bis zum Tagesziel "Callander", der größten Stadt auf unserer einwöchigen Wanderung. Bei unverhoffter Livemusik am Abend, wurden mit gegrölt was die Stimmbänder hergaben und auch das müde Wanderbein wurde noch zum "Square Dance" geschwungen. Was man bei den Schotten so lernen kann...

Toller Ausblick vom "Creag na Tuirc" - dem Treffpunkt des "Maclarens Clan"
Toller Ausblick vom "Creag na Tuirc" - dem Treffpunkt des "Maclarens Clan"

Und es gibt sie doch noch: Wolken! Und man möchte fast sagen endlich. So konnte es also bei angenehm kühlem Wetter weitergehen. Zunächst dem Fluss "Garbh Uisge" entlang, wo sich danach mit tosendem Rauschen auch die "Falls of Leny" ankündigten. Die erste Pause viel wegen einer "Midges-Attacke" etwas kürzer als geplant aus. Diese winzig kleinen Blutsauger können manchmal ganz schön nerven. Also brav weiter gewandert. In den "log cabins" am "Loch Lubnaig" wurde die Pause Indoor nachgeholt. An seiner Westseite folgten wir dem See bis fast zu seinem Ende und bogen in den "Strathyre Forest" ein. "Strathyre" - bedeutet beschützendes Tal und genau in dem gleichnamigen Dorf endete unsere Tageswanderung. Gut beschützt und bestens versorgt. Bill, der Quartiermeister unseres heutigen B&B's wartete bereits auf uns. Schnell geduscht und ab ins Pub gleich neben an und die besten "Fish & Chips" bestellt. Sie sind derart gut das sie nahezu konkurrenzlos sind.

Pause bei Prachtwetter, frischem Quellwasser und Kaffee
Pause bei Prachtwetter, frischem Quellwasser und Kaffee

Rund eine Stunde durch einen knorrigen und alten Kieferwald und dreißig Minuten entlang desselbigen bis zum "Loch Voil". Die alte Kirche und der aufgelassene Friedhof von "Balquidder" berühren. Hier ist die letzte Ruhestätte Rob Roy's. "Despite them" lautet die Grabaufschrift, was soviel bedeutet wie "zeig es ihnen". Gemeint ist damit die Obrigkeit zu seiner Zeit. Nach dieser kurzen und ruhigen Pause konnte es weitergehen. Knackig flott nach oben führte uns der weitere Weg zum Clan-Treffpunkt der Maclarens dem "Craig na Tuirc". Der tolle Ausblick über "Loch Voil" und seine umliegenden Berge laden zum Genießen und einer längeren Pause ein. Man kann sich kaum satt sehen und die Zeit vergeht viel zu schnell, weil man schließlich wieder aufbrechen muss. Der weitere Weg führte uns bis zum ehemaligen "Kingshouse Hotel", und von dort diente eine aufgelassene Eisenbahntrasse als Unterlage bis zum Ende des heutigen Tages in "Lochearnhead". Direkt am gleichnamigen See und Hotel passt die Stimmung hervorragend um noch etwas Zeit am Wasser zu verbringen. Der Abend auf der Terrasse wird mir für immer unvergesslich bleiben. Ich sag nur "Shanti mai"! Alle die dabei waren, wissen um was es geht und wir haben uns eine halbe Stunde fast todgelacht. Mehr wird hier jedoch nicht verraten. Alles "topsecret" bei uns.

Die letzte Pause der Wanderwoche am "Falls of Dochart"
Die letzte Pause der Wanderwoche am "Falls of Dochart"

Mir fällt es immer schwer wenn eine Wanderwoche zu Ende geht. Und diesmal ganz besonders. Nach einem kurzen aber knackigen Aufstieg zur ehemaligen Oban - Callander Bahnlinie, ging es flach und gemütlich dahin. Der Anblick des "Glen Ogle" - der Hammer. Bestaunenswert: das bestens erhaltene Viadukt. Die "Falls of Dochart" bildeten den Schlusspunkt unserer Wanderung. Ein Wasserspektakel wo es sich gut mit der Seele baumeln lässt. Vis a vis davon im Pub ließ es sich gut noch ein "Ranger-Menü" zwitschern. 15 Minuten später hatten wir unser Hotel erreicht. Am Abend wurde noch in Erinnerungen dieser herrlichen Wandertour in Schottland geschwelgt. Wir hatten Unmengen an Spaß, tolles Wetter, noch tollere Teilnehmer und alles in allem eine herausragende Wanderwoche. Bis zum nächsten Schottland Report.

Bilder zu dieser Wandertour in Schottland

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