Speyside Way - Whisky Trail - 18. bis 26. April

Auf geht's...
Auf geht's...

Der Speyside Way im Frühling - eine Orgie aus unglaublich intensiven Gelb, schillernden Brauntönen und unendlich faszinierenden Goldschimmer.  Wie das kommt fragen Sie sich? Das leuchtende Gelb des Stechginsters als ständiger Begleiter ist unglaublich. Die offenen Weiten mit dem herrlichen Braun der Heidegewächse muss man erlebt haben. Und den vielfältigen Goldschimmer des Whiskys sollte man unbedingt auch getrunken haben. Eine Wanderreise die mich immer wieder aufs Neue überrascht, aber auch unserer 8köpfigen Wandergruppe lange in Erinnerung bleiben wird. Die Hälfte des ersten Tages direkt am Meer entlang, dem "Moray Firth", bis zur Mündung des namensgebenden River "Spey" in die Nordsee. Danach war Schluss mit Wind und leichtem Nieselwetter und Traumwetter sollte nun unser ständiger Begleiter für die nächsten Tage sein. Dem Fluss entlang ging es zum Etappenziel nach "Fochabers", inklusive einer traumhaften Rast direkt in den Flussauen. Im Pub unserer Unterkunft konnten wir sofort die Schotten von unserem 3rangers-Spiel überzeugen und so konnten wir einige Whiskys umsonst genießen. Wie das geht fragen Sie sich? Das wird nicht verraten. Aber Sie können es natürlich gemeinsam mit uns erleben.

Sandspiele am Moray Firth
Sandspiele am Moray Firth

Wer bei Sonnenschein wandert hat auch dementsprechend viel Durst. Und so verschwanden zum Start des Tages im örtlichen Mini-Shop einige Dosen Bier in den Rucksäcken. Whisky ja sowieso. Am "Earth Pillars" eine knappe Stunde später folgte die erste Pause. Auf dieser kleinen Anhöhe genossen wir den Ausblick auf den ruhig dahinfließenden "Spey". Durch Weideland und aufgelockerte Wälder ging es nach "Boat o' Brig". Eine sattgrüne Wiese lud für eine längere Sonnenpause ein. Bis zum höchsten Punkt des Tages floss noch einiges an Schweiß, und der Anblick des Flusses von hoch oben bis hin zum Meer ließ auch die letzten Biervorräte auf null sinken. An der "Fiddich - Bridge" hatten wir eine Stunde später auch noch Glück, denn das "Fiddich - Inn" hatte seine Pforten geöffnet. Auf der Flussterrasse bei Sonnenschein das berühmte "Ranger-Menü" zu genießen - das "hot wos"! Sie fragen sich was ein "Ranger-Menü" ist? Richtig! Einfach unsere Tour buchen und selbst miterleben. Zehn Minuten später endete unsere Wanderung im Highlander Inn. Eine ganz besondere Unterkunft mit einer der besten Whisky-Bar weltweit. Da war was los. Na ja, Sie wissen schon...!

Happy in der ersten Distillery des Weges
Happy in der ersten Distillery des Weges

Heute sollte es also so weit sein - unser erster Distillery Besuch. Die Vorfreude war schon beim Abmarsch in Craigellachie riesengroß. Fiddich - aus dem gällischen übersetzt, der Hirsch. Rund neunzig Minuten dauert die Wanderung durch das gleichnamige, wunderschöne Tal und dem dazugehörigen Fluss, bis die ersten Lagerhäuser auftauchen. Fünf Minuten später steht man vor ihr - der "Glen Fiddich Distillery". Ein imposanter Anblick  am Eingang zur Whisky-Hauptstadt "Dufftown" mit ihren insgesamt gleich acht Distilleries. Einer interessanten einstündigen Führung folgte das nicht minder interessante Tasting von vier Whiskys. Danach wurde noch der Shop etwas geplündert und Andi nahm stolz seinen selbstgezapften Whisky in Empfang. Beschwingt und heiter, wie man sich gut vorstellen kann, ging unsere Wanderetappe gleich mit einem saftigen Anstieg weiter. Oben angekommen war somit wieder alles gut verdaut. Eine Pause später waren knorrige Kiefernwälder unser Begleiter, bevor es wieder nach unten ging nach Aberlour, unserem heutigen Ziel. Quartier wurde im entzückenden "Mash Tun" bezogen. Im kleinen Gastgarten klang der Tag perfekt aus. Warum? Eben!

Traumhafter Rastplatz am River Spey
Traumhafter Rastplatz am River Spey

Motto des heutigen Tages: Sommer im April! Auf einer aufgelassenen ehemaligen Eisenbahn-trasse lässt es sich herrlich und gemütlich dahintraben. In drei Stunden dreißig Nettogehzeit nach "Ballindalloch". Bei den noch vorhandenen ausgedienten Bahnhöfen und Haltestellen wurde jeweils gerastet. Vorbei an einigen Distilleries wie "Knockando" und "Tamdhu". Ja Sie haben richtig gelesen: Vorbei und nicht hinein. Kaum zu glauben, aber wahr. Dafür ging es am restaurierten Bahnhof von "Tamdhu" hinab direkt zum Sonnenbad ans Ufer des "Spey's". Sonnencreme inklusive versteht sich. Über "Blacksboat Station" kamen wir am frühen Nachmittag bei Toni und Helen im "Cragganmore House" in Ballindalloch an. Ein B&B Juwel und gleichzeitig Gründerhaus der dahinter liegenden Distillery. Legendär mit dem besten Essen am gesamten Speyside Way. Erwähnt sei hier nur der frisch selbstgeräucherte Lachs und Toni's famose Whiskysauce zum Wild. Ein kühles Bier und einem kleinem "Tratscherl" mit den Hausherrn später, folgten wir dem unaufhörlichem Ruf der Brennerei ums Eck. Soll angeblich Unglück bringen wenn man sie nicht besucht. Ist wahrscheinlich dummes Geschwätz aber wir wollten auf Nummer sicher gehen.

Einfach unglaublich schön...
Einfach unglaublich schön...

Highlander feeling pur stand heute auf dem Tagesplan und gleichzeitig die Königsetappe am Speyside Way. Zunächst galt es die Flanken des "Hill of Deskie" zu erklimmen, um das im Tal liegende, friedlich vor sich hin schlummernde "Glenlivet" bei einer Pause genießen zu können.  45 Minuten später gab es als Belohnung den Distillerybesuch. Denn eigentlich besteht dieser kleine Ort aus nicht viel mehr als der Brennerei. Und wenn man schon mal da ist...! Gestärkt durch das eine oder andere Getränk ging es nun zum höchsten Punkt des Speyside Ways zum  "Carn Daimh" auf 550m Seehöhe.  Was nicht hoch klingt, aber trotzdem atemberaubende Ausblicke auf die höchsten Berge des Cairngorm National Parks mit sich bringt. Nachdem am Gipfel in unglaublich neuer Bestzeit einer Flasche vom "Wasser des Lebens" von uns gegangen ist, stand der rund zweistündige Endspurt des Tages bevor. Über offenes Weidemoorland zum höchstgelegensten Dorf in den Highlands - Tomintoul. Noch kurz ein kleines Ranger-Menü, ab unter die Duschen und weiter zum Abendessen. Aus für heute!

Höchster Punkt am Carn Daimh
Höchster Punkt am Carn Daimh

Der Distillery freie Wandertag. Sachen gibt's! Zunächst zurück mit dem Taxibus nach Ballindallich. Dann ab durch den Wald zu einer herrlichen Moorlandschaft. Zwar kann man das imposante Gebäude der "Tormore Distillery" am Horizont erblicken, nur mag man hier keine Gäste. Was uns wirklich nicht weiter stört. Echt jetzt! Es folgt eine herrliche Wanderung durch das Tal "Burn of Advie", dem "Meiklepark Wood" und dem Wald mit dem schönen Namen "Tom an Uird". In "Cromdale" gibt es danach bei einem längeren Sonnenpäuschen den liebevoll restaurierten Bahnhof zu bestaunen. Das letzte Stück bringt uns durch einen wunderbar alten Kaledonischen Kiefernwald nach "Grantown-on-Spey". Im "Teddybären B&B" heißt uns die Chefin mit eisgekühlten Bier willkommen. Da kommt Freude auf! Zur Abwechslung gibt es zum Abendschmaus mal Indisch. Auch lecker, auch gut!. Die richtige Grundlage für den Besuch des Pubs ums Eck. Ja ich weiß ich wiederhole mich, aber hier gibt's wirklich überall welche davon und Whisky wird auch gereicht. Da bleibt mir nur noch ein "Slainté!" (Prost).

Unser Hotel samt Lieblingspub
Unser Hotel samt Lieblingspub

Der Tag mit der Dampflok. Obwohl am Start noch windig und wolkenverhangen, präsentierte sich die finale Zieleinfahrt bei blaustem Himmel. Zum letzten Mal die Wanderschuh geschnürt und zurück auf die aufgelassene Bahnstrecke, ging es flott in zwei Stunden nach "Nethy Bridge". Im örtlichen Pub bekamen unsere Mädels endlich ihren heiß ersehnten Prosecco. So ließ es sich beschwingt durch den "Abernethy Forest" bis "Boat of Garten" walken, wo unser 7tägiger Fußmarsch endete. Die "Strathspey Steam Railway" brachte uns dampfend und schnaufend in gemütlichen zehn Minuten zum Ende unserer Reise nach "Aviemore". Unsere heimliche 3rangers-Zentrale liegt gleich gegenüber der Bahnstation: das Cairngorm Hotel. Und darin befinden sich neben klassischen schottischen Zimmern, ein exzellentes Restaurant und unser Lieblingspub samt Live-Musik vom Feinsten. Es wurde die legendärste Abschlussparty aller Zeiten. Sensationelle Musik, grandiose Stimmung und W..... ohne Ende. Mehr wird jetzt aber wirklich nicht verraten, schließlich gibt es ja auch so etwas wie Privatsphäre. Bis zum nächsten Reiseblog aus Schottland.


Die Bilder zu dieser Wandertour

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