Cape Wrath Trail - Explorer Tour Part I 27. Mai - 6. Juni

Aufstieg zum "Sgùrr Thuilm"
Aufstieg zum "Sgùrr Thuilm"

Der Cape Wrath Trail ist einer der jüngsten Weitwanderungen in den schottischen Highlands. Eine unmarkierte Strecke die nur als Trekkingtour mit Zelt machbar ist. Er startet in Fort William in den Western Highlands und führt über 320km in die Northern Highlands bis nach Cape Wrath. Unter drei Wochen ist diese Strecke kaum zu bewältigen und dies nur mit schwerstem Gepäck. Also haben wir uns entschieden für unsere Kunden diese Strecke zu dritteln und daraus drei absolut geile Touren zu kreieren. So wurde es Zeit eine Erkundigungstour zu starten. Die Anreise führte uns vom Airport Inverness zunächst nach Fort William, der Outdoor Metropole am Fuße des Ben Navis, dem größten Berg Schottlands. Nach dem wir noch unsere Ausrüstung mit nützlichen schottischen Gadgets verbessert hatten, konnte es am nächsten Tag losgehen. Zunächst mit dem Zug nach Glenfinnan. Ein Juwel von einer Bahnstrecke die uns kurz vor unserem Ziel noch über das berühmte "Harry Potter Viadukt" führte. Noch kurz beim Glenfinnan Monument vorbeigeschaut und schon konnte es bei angenehmsten Wandertemperaturen losgehen.

Traumhafter Zeltplatz am "Sourlies Bothy"
Traumhafter Zeltplatz am "Sourlies Bothy"

Gemeinsam mit uns, machten sich auch zwei junge deutsche Burschen auf den Weg, der zunächst einige Kilometer auf Asphalt ins Glen Finnan hineinführte. Dieser wurde durch einen schottrigen Landrover Track abgelöst und führte uns zum Curryhully Bothy samt einer Pause. Nun war Kondition beim Anstieg zum Sattel Sgùrr Thuilm angesagt. 500 Höhenmeter später war das Ziel erreicht und bei einem kleinen Wasserfall konnte kräftig verschnauft werden. Jetzt galt es auch unsere Gamaschen anzulegen, den der Weg hinab ins Gleann Cuirnean war matschig und feucht, und alles andere als leicht zu gehen. Doch der Ausblick in dieses Tal machte die Anstrengungen mehr als wett. Beim Fluss Allt Cuirnean kurz vor dem River Peann konnten wir einen idealen Platz für unser erstes Camp direkt am Wasser finden. Hier ließ es sich fantastisch mit der Seele baumeln. Tagesbilanz: 16km, Nettogehzeit 5h. Während der Nacht sollte es noch kurz regnen, doch der Morgen begrüßte uns mit Sonnenstrahlen und besten Wanderwetter. Kurz nach dem Frühstück überquerten wir auf einer Brücke den River Peann und danach folgte "boghole jumping". Keinerlei Weg und äußerst sumpfiges Gelände, durch das uns jedoch orangenfarbige Fähnchen einigermaßen trockenen Fußes durchführten.

"Beinn an Aodainn" - Ein Anblick zum Geniessen!
"Beinn an Aodainn" - Ein Anblick zum Geniessen!

Nach dem Sumpfabenteuer ging es merklich besser auf breiten Forstwegen durch den Wald hinein ins Glen Dessary. In der Nähe des A'Chùil Bothy wurde die erste längere Rast eingelegt. Ein kurzes, knorriges Waldstück später kam Highlander feeling pur auf. Charakteristische, kahle Berge führten uns hinauf zum See Lochan a Mhaim. Wasser und Sonnenschein, wer hier nicht Pause macht ist selber schuld. Ein kurzer Anstieg später gab dem atemberaubenden Blick auf den Meeresarm Loch Nevis frei. Auch hier sollte man sich ein Päuschen gönnen, bevor es danach etwas steiler zum Sourlies Bothy hinab geht. Direkt am Meer sein Zelt aufgestellt und unter Schafen die Atmosphäre des Augenblicks genießen. Leckeres Abendessen zubereiten und sich einen Schluck Scotch gönnen. Schließlich waren dies heute 19,5km bei 5h30 Nettogehzeit, dir wir jedoch in völlig relaxten 8h15 abspulten.  Am nächsten Morgen begrüßte uns abermals herrlicher Sonnenschein, was dazu führte, dass das Frühstück etwas länger dauerte. Nachdem die Rucksäcke neuerlich gepackt waren, ging es dem Wasser entlang zur nächsten "boghole challenge". Als Orientierung diente lediglich eine in der Ferne zu sehende Brücke über den River Carnach. Zwar nur ein kurzes Stück, jedoch eine Stunde konzentrierte Arbeit.

Zeit anzuhalten und zurückzublicken
Zeit anzuhalten und zurückzublicken

Bei einem verfallenen Farmhaus ragte die nächste schweißtreibende Arbeit steil vor uns auf: der steile Aufstieg auf den auf 550 Höhenmeter gelegenen Sattel Mam Meadail. Bei prallen Sonnenschein eine echte Herausforderung. Zum Glück stürzen sich hier unzählige Bäche ins Tal, was das Trinken im Vorbeigehen erleichterte. Oben angekommen war der Rückblick einfach überwältigend. Pause und genießen war also angesagt. Der gemächliche Abstieg ins folgende Gleann Meadail kann durchaus als grandios bezeichnet werden. Beim Monument an der Wegkreuzung am Talende wussten wir: nur noch eine Stunde nach Inverey Bay und unserem alten Farmhaus. Ein kleines Waldstück gab uns den notwendigen Schatten und wuchernder Rhododendron empfing uns kurz vor unserem Tagesziel samt Pub, Bier und Dusche. Da uns der weitere Weg bis Morvich bekannt ist, haben wir am nächsten Tag mit der Fähre nach Mallaig übergesetzt und die Halbinsel Knoydart bis dorthin mit Bus umkurvt. Weiter sollte es nun ab Strathcarron gehen.

Knapp eine Stunde nach dem Start des heutigen Tages, zwang uns schlechtes Wetter zum umplanen unserer Route. Tiefe schwarze Gewitterwolken hingen rund um den Maol Chean-dearg. So nahmen wir also rund 7km Asphalt in Kauf und gingen bei Regen bis nach Achnashellach Station. Hier hatte nun auch der Regen von uns genug und verabschiedete sich. Der weitere Weg führte uns an den Flanken von Sgorr Ruadh und Beinn Liath Mhòr vorbei. Das unsere Entscheidung richtet war, sahen wir an der Weggabelung hinab ins Tal: Die Gewitterwolken hatten unsere ursprüngliche Strecke weiterhin fest im Griff. Je weiter wir unseren Abstieg meisterten umso besser wurde auch wieder das Wetter. Kurz nach einem Waldstück kam sogar die Sonne wieder heraus - schottisch eben. Am Fluss Coulin fanden wir einen tollen Platz für unser Camp und genossen die letzten Sonnenstrahlen.

Die mächtigen Flanken zum "Ling Hut"
Die mächtigen Flanken zum "Ling Hut"

Bei wiederum prächtigem Wetter sollte es heute wieder losgehen. Breite Feldwege wechselten sich mit Trampelpfaden ab, ebenso Wald und Freigelände. Es war gemütlich zu gehen ohne größere Anstrengungen meistern zu müssen. Leider blieb dies nicht so. Die letzte Stunde zum Etappenziel nach Kinlochewe öffnete der Himmel seine Schleusen als wollte er uns zeigen was der wirkliche richtige schottische Regen kann. Triefend nass landeten wir schließlich im einzigen Pub des Ortes. Jetzt war natürlich Pint und Scotch angesagt und wahrlich redlich verdient. Zwei Stunden später verzog sich der Regen wieder und so konnten wir wieder frisch getrocknet die letzten Meter zur Campside ums Eck angehen. Am nächsten Tag wollten wir eines der schönsten Bergpanoramen der Welt nachholen, den Ling Hut, der uns am Vortag verwehrt wurde. Doch auch die zweite Chance wurde uns nicht gegönnt. Dichter Nebel mit einer Sicht von nur wenigen Metern und keinerlei Aussicht auf Wetterbesserung. Am frühen Nachmittag zogen wir die Konsequenten und nahmen den Bus nach Inverness zurück. Zeit diese Stadt noch besser kennenzulernen als im Nebel herumzusitzen. Es war wieder einmal eine tolle Trekkingtour in den schottischen Highlands und ab 2015 steht Ihnen der erste Teil des Cape Wrath Trail zur Verfügung.


Die Bilder zu dieser Trekkingtour

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