Ayrshire Coastal Path - 28. April bis 5. Mai

Hafen von Girvan
Hafen von Girvan

Die erste Wandertour des Jahres nach Schottland, sollte uns erstmals in die Lowlands führen. 113km am "Firth of Clyde" standen am Programm. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel in Glasgow ging es mit dem Zug nach Girvan, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Den lauen Abend verbrachten wir im Gastgarten direkt am kleinen, entzückenden Hafen von Girvan. Am Morgen des nächsten Tages ging es bei prächtigem Sonnenschein endlich los. Gleich zu Beginn der erste Golfplatz, dem noch unzählige folgen sollten. Danach endlose Sandstrände die nicht nur herrlich zu gehen waren, sondern bei diesem Prachtwetter auch sonnenbadend genossen wurden. Nach zirka der Hälfte der Strecke kam schon der Leuchtturm von Turnberry in Sicht, der am Ende einer der berühmtesten Golfkurse der Welt steht. Hier war eine ausgiebige Kaffeepause angesagt, bevor wir quer durch den Golfplatz auf breiten Wegen zu unserem Hotel in Maidens aufbrachen. Dort angekommen konnten wir von einem weiteren Golfhügel aus schon die Hälfte unserer nächsten Etappe erspähen.

Die Strände von Turnberry
Die Strände von Turnberry

Tag zwei wartete zunächst mit einem kleinem Strandabschnitt auf, bevor es durch einen knorrigen, alten Wald zu einem waren Baujuwel ging: "Culzean Castle" samt gleichnamigen Countrypark. Gleichzeitig mit dem aufkommenden Regen konnten wir hier bei einer guten Tasse Tee den Schauer gemütlich aussitzen. Hinter dem Schloss ging es wieder zum Strand hinab. Beim Rückblick eine halbe Stunde später, konnte man erst richtig den imposanten Platz des Schlosses würdigen. Über die "Culzean Bay" ging es zur historischen Ruine des "Dunure Castle". Im örtlichen Pub wurde ausgiebig zu Mittag geschmaust. Etwas später konnten wir den Küstenabschnitt auch von oben bewundern. Ein toller Anblick in der gelben Blütenpracht des Ginsters, der hier nahezu wie Unkraut wächst. Am letzten Strandabschnitt kurz vor Ayr, der namensgebenden Bezirkshauptstadt, thronten noch hoch über uns die Überreste von "Greenan Castle". Ein fünfminütiger Regenguss bescherte uns einen feuchten Empfang in der Stadt, wo wir kurze Zeit später unser B&B bezogen.

"Culzean Castle" im gleichnamigen Country Park
"Culzean Castle" im gleichnamigen Country Park

Kurz nach dem Start des heutigen Tages sprang uns ein kuscheliger Kaffeeladen ins Auge, dem wir nicht Wiederstehen konnten. Schließlich dienen Wandertouren ja dem Stressabbau. Nach einem kurzen Stück durch die Stadt, gelangten wir etwas später zum Strandabschnitt bei Prestwick. Endlos lange Strände brachten uns nach Troon. Hier an der North Bay wurde idealerweise eine längere Verschnaufpause eingelegt. Bis zur Irvine Bay folgten wir abwechselnd weisen Sandstränden und weiterhin auch Golfplätzen. Direkt am Hafen von Irvine bezogen wir neben dem bekannten "Ship-Inn" unser Quartier. Ein schöner sonniger Abend lud noch zu einem kleinen Bummel am Hafen ein, bei dem wir auch die 100 Jahre alte automatische Positionierungsanlage in Augenschein nahmen. Danach musste natürlich noch die Speisekarte vom "Ship-Inn" genüsslich ausgetestet werden.

"Buntes" kurz nach "Ayr" der Bezirkshauptstadt
"Buntes" kurz nach "Ayr" der Bezirkshauptstadt

Der heutige Tag sollte unter dem Motto strahlender Sonnenschein und gelbe Ginsterbracht stehen. Und zur Abwechslung verbrachten wir heute den halben Wandertag im Wald, bevor es kurz nach Stevenston wieder ans Meer ging. Über Saltcoasts und South Bay erreichten wir schließlich die Marina von Ardrossan. Ein toller Yachthafen mit Unmengen an Segelbooten. Noch kurz mit der Seele gebaumelt und danach Aufbruch zu unserem wahrlich ritterlichen B&B. Ein Augenschmaus bei dem wir uns wie bei Arthus und seiner Tafelrunde wähnten. Es folgte ein Spaziergang an der North Bay zu einem Pub mit tollem Essen und Live-Musik vom Feinsten. So wurde es etwas später als gedacht, aber dafür mit jede Menge Spaß. Dass auch das Nationalgetränk nicht kurz kam versteht sich von selbst. Und ja, richtig mitgedacht, wir meinten natürlich "Irn Bru".

Kurz vor dem Tagesziel "Ardrossan"
Kurz vor dem Tagesziel "Ardrossan"

Nach einem ritterlichen Full-Scottish-Breakfast konnte es wieder losgehen. Vor uns lag der Strandabschnitt nach Seamill und weiter nach Portencross. Kaum schöner könnte eine Wanderung direkt am Meer entlang kaum sein. Unzählige, moosbewachsene Steine in unterschiedlichen Größen, sowie bizarre Felsbrocken säumten unseren Weg. Einfach nur zum Genießen! Genauso wie unser Coffeebreak in Seamill. In Portencross erwartete uns das gleichnamige Schloss und lud zum Verweilen ein. Darauf folgte eine größere Hafenanlage bei Hunterston Sands und Southannan Sands. Etwas später wussten wir, dass in Schottland selbst im April noch Faschingspartys stattfinden. Am Ortsrand empfing uns die örtliche Marina mit ausgestellten Schiffsankern vergangener Ozeanriesen. Riesige Dinger die direkt am Schiff vergleichsweise verschwindend klein aussehen, aber nicht wenn sie direkt in der Wiese platziert sind. Das entzückende Haylie Hotel in Largs bildete einen würdigen Tagesabschluss. Ebenso ein späterer Bummel durch dieses kleine Städtchen.

"Hunderstones Sands" kurz vor "Portencross"
"Hunderstones Sands" kurz vor "Portencross"

Wenn schon einmal in Schottland, darf natürlich auch der Nebel nicht fehlen. Derart eingetaucht in flauschige Wattepausche der Natur, starteten wir beim Fährenterminal zu unserer letzten Tagesetappe. Heute standen jedoch Wälder, Wiesen und Hügel am Programm. Immer wieder gab das uns umgehende Weiß tolle Blicke auf das Meer frei. Und egal wie hier das Wetter ist, jede Menge Segelboote tummelten sich nahe der Largs Bay.  Es ließ sich herrlich laufen und wir genossen so richtig unseren letzten Tag in der Natur. Über offenes Heidemoor und Farmland erreichten wir den höchsten Punkt am "The Knock". Dass man sich auch unverhofft, fürchterlich erschrecken kann, wenn man sogar nicht damit rechnet, dafür sorgte der wohl größte Pfau den wir jeweils gesehen haben. Das Bild etwas weiter unten gibt einen kleinen Einblick davon. In Skelmorlie beendeten wir schließlich unsere 6tägige Wanderung und wurden wieder einmal von der Gastfreundlichkeit im örtlichen Pub überrumpelt.


Die Bilder zu dieser Tour

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