Speyside Way - Whisky Trail - 25. Mai bis 2. Juni

Ausgangspunkt Buckie
Ausgangspunkt Buckie

Der Speyside Way im Frühling – ein blühendes Ereignis! Gestartet wurde bei strahlendem Sonnenschein in Buckie, einem kleinen Hafenstädtchen im Norden von Schottland.  Die erste Hälfte des Tages ging es dem Meer entlang. Und dieses „Moray Firth“ bringt einem jedes Mal aufs Neue zum Staunen. Hier kann man Seehunde, Kegelrobben und „Flipper“ in freier Natur erleben – ein sicherlich seltenes und einmaliges Erlebnis. Nächster Stopp: Spey Bay. Hier mündet der namensgebende Fluss „River Spey“, der zugleich der größte Fluss Schottlands ist, ins Meer. Ein Visitorcenter gibt Einblick über die Lebewesen in diesem Abschnitt. Die Orgie in Gelb - schottischer Ginster - folgte uns auch weiter ins Landesinnere. Immer den Fluss entlang bis zum Ziel dieser Etappe: „Fochabers“. Im Pub unserer Unterkunft konnten wir wieder die Gastfreundschaft der Schotten erleben, die sich ein wahres Duell im besten Whisky einladen lieferten. Nach einigen Runden mussten wir uns zum Abendessen entschuldigen, sonst wären wir schon vorzeitig in unsere Betten gefallen.

Spey Bay
Spey Bay

Heutiges Ziel: Die Whiskyhauptstadt „Dufftown“. Zugleich auch unsere längste Etappe. Das erste Highlight des Tages wurde nach etwa einer Stunde erreicht. „Earth Pillar“ – eine durch Erosionen in den Urzeiten der Highlands entstandene Erhebung. Ein idealer Platz für eine längere Pause um den Ausblick auf den ruhig dahinfließenden Fluss zu genießen. Durch aufgelockerte Waldlandschaft ging es weiter nach Boat o‘ Brig zur stärkenden Kaffee und Kuchen Jause. Der Weg führte uns weiter durch den „Ben Aigan Forest“ bis zum „Fiddich Park“ am gleichnamigen Fluss, bevor dieser in den River Spey mündet. Bei herrlichem Sonnenwetter ließen wir im Park unsere Seelen baumeln umso Kraft zu schöpfen für unsere finalen 8 und zugleich auch einer der schönsten Kilometer des Speyside Ways. Durchs „Glen Fiddich“ (dem Tal der Hirschen) immer entlang des „River Fiddich“ wo man am Ende, man ahnt es schon, von der bekanntesten Whisky-Brennerei Schottlands „Glenfiddich Distillery“ empfangen wird. Auf ganze sieben „Distilleries“ bringt es Dufftown und hat sich somit den Titel der Whisky Hauptstadt redlich verdient. Nahezu jeder der hier arbeitet hat irgendetwas mit dem Nationalgetränk zu tun. Kurze Zeit später hatten wir unser Quartier erreicht und wurden wiederum von der Gastfreundschaft der Schotten überzeugt. Mehr sagen wir jetzt aber dazu nicht mehr. 

Whisky Tasting - Aberlour Distillery
Whisky Tasting - Aberlour Distillery

Auf die längste Etappe folgte heute die Kürzeste. Wiederum zeigte sich das so oft gescholtene schottische Wetter von seiner Prachtseite. Der leichte Aufstieg gönnte uns am Höhepunkt einen tollen Rückblick nach „Dufftown“ und kurze Zeit später wurde die einzige Rast des Tages eingelegt. Nur eine Stunde später konnten wir zwar das heutige Ziel „Charlestown of Aberlour“ noch nicht sehen, aber bereits sein bekanntes Aroma riechen. Ein süßliches Gemisch steigt einem in die Nase. Die Ursache: die Produktion der bekanntesten schottischen Kekse von „Walkers“ und die örtliche, obligatorische „Distillery“. Und heute wollten wir auch die erste Brennerei besuchen. Um 14 Uhr ging diese in der „Aberlour Distillery“ los. In nahezu alle Geheimnisse der Braukunst des „Wasser des Lebens“ wie der Whisky aus dem Gälischen in etwa übersetzt heißt, wurden wir eingeweiht. Sicherlich auch einzigartig das „Tasting“. 6 Probeschlückchen warteten auf uns. Novum: Verkostung des Destillats bevor es zur Reifung in den Fässern verschwindet. Danach war Zimmerstunde in unserem B&B angesagt, ohne jedoch vorher auf die „Walker-Kekse“ zu verzichten. Das Abendessen gönnten wir uns im „Mash Tun“. So wird auch das riesige Fass genannt in dem die Whisky Maische mit Hefe versetzt den Alkohol entwickelt.

Traditionelles B&B - Cragganmore House
Traditionelles B&B - Cragganmore House

Die Tagesetappe der aufgelassenen Eisenbahn. So könnte die Kurzbezeichnung der heutigen Strecke lauten. Aufgelassene Stationen, Bahnhöfe und auch einige „Distilleries“ waren unser ständiger Wegbegleiter. In „Tamdhu“ führten einige Treppen hinab zum „River Spey“, einem ganz speziellen Rastplatz. Nach fast einer Stunde war es jedoch wieder Zeit „Eisenbahn zu spielen“. Über eine mächtige und prächtige Eisenbahnbrücke erreichten wir Ballindallich Station oder das was von ihr übergeblieben ist. Von dort waren es nur noch wenige Schritte zum besten B&B (Bed & Breakfast) auf der gesamten Wanderung: „Cragganmore House“! Gründerhaus der gleichnamigen Distillery die sich gleich dahinter befindet. So sieht echte schottische Tradition aus. Helen die perfekte Gastgeberin und Tony der beste Koch weit und breit. Das Abendessen einfach „delicious“ wie Christian immer zu sagen pflegt.

Am höchsten Punkt am Cairn Dhaim
Am höchsten Punkt am Cairn Dhaim

Der andere Speyside Way - das heutige Tagesprogramm. Zugleich kam an diesem Tag echtes „Highländer-Feeling“ auf. Zu Beginn begrüßte uns nach wenigen Schritten erstmals auf unserer Tour Regen, wenn auch nur in schwacher Nieselform. Die Wetterentwicklung abwartend wurde im „Delnashaug Inn“ halt gemacht und mit Cappuccino und „Iron-Bru“ dem alkoholfreien Gegenstück zum Whisky die Zeit vertrieben. Etwas später erreichten wir die „Auldich Farm“ und nochmals etwas Regen. Ab nun verändert der bisherige Weg komplett sein aussehen. Ausgesetzte Heidemoorlandschaft und auf ehemaligen Schmugglerpfaden ging es rauf zum „Hill of Deskie“. Lohn der Anstrengung: vorzüglicher Ausblick ins Glenlivit samt der wiederum gleichnamigen Distillery. Nach dem Abstieg musste diese natürlich besucht werden, schließlich führt der Weg geradewegs hindurch. Doch noch stand uns die finale Anstrengung des Tages bevor: Aufstieg zum Cairn Cairnacay. Dort angekommen wurden wir mit dem besten Ausblick des gesamten Wegs belohnt. In der Ferne konnte wir bereits das höchstgelegenste Dorf der Highlands erblicken – Tomintoul. Das Ziel der heutigen Wanderung, dass wir zweieinhalb Stunden später auch erreichten. Damit hatten wir auch die anstrengendste Etappe des Weges gemeistert.

Rast in Boat of garden
Rast in Boat of garden

Gemütlich im Taxi ging es zurück nach Cragganmore House. Da uns danach war und nur eine Minute entfernt, ging es ab in die „Cragganmore Distillery“. Grund: bis vor wenigen Jahren war diese für das Publikum noch nicht geöffnet und zudem gibt es hier mit dem 12jährigen Single Malt einen der Besten. Als ob wir gewusst hätten warum wir den Tag relaxt angegangen sind, stand uns eine erfrischende Regenetappe bevor.  Immer feiner, wanderfreundlicher Nieselregen der exakt bei unseren Pausen auch eine solche einlegte, sehr anständig. Über offenes Moorland, „Knock Frink“ und „Meiklepark Wood“ ging es nach Cromdale. Das letzte Stück des Weges dorthin auf bekannter Eisenbahntrasse und einem Schmuckstück von Bahnhof der „Cromdale Station“.  Liebevoll zum Originalzustand adaptiert. Klar, dass man hier Pause machen musste. Das letzte Stunderl des Tages brachte uns durch alten Kaledonischen Kieferwald nach Grantown on Spey zum Tagesziel und unserem kuscheligen Teddybär B&B. Tja, so etwas gibt es auch – herrliche dieser Kitsch!

Strathspey Railway nach Aviemore
Strathspey Railway nach Aviemore

Der letzten Tag sollte beginnen wie wir die Tour gestartet hatten: bei herrlichem Wanderwetter. Letztmalig ging es für einige Kilometer der Trasse entlang. Idyllische Landschaft pur inklusive des 2-Millionsten Schaf (wir haben da ganz genau mitgezählt!). In „Nethy Bridge“ wurde die offizielle letzte Rast eingelegt. Der letzte Teil wurde mit etwas Wehmut beschritten, so nah waren wir schließlich schon dem Ende des Speyside Ways. Das Waldgebiet „Abernethy Forest“ tröstete uns bis „Boat of Garten“.  Während wir hier im Gastgarten sitzend auf unsere Dampflok samt Zug warteten, erfreuten wir uns einer Hochzeitsgesellschaft im besten Schottischen Stil. Unmengen an Kilts und Dudelsackmusik – perfekt zum Ausklang. Einen Lagavulin später bestiegen wir die „Strathspey Steam Railway“ und dampften in längst vergangenen Epochen schwelgend nach Aviemore. Noch schnell den Zug von hinten bis vorne abgeknipst und ab ins gegenüberliegende Cairngorm Hotel. Während des Abendessens freuten wir uns bereits auf den letzten Höhepunkt unserer Tour: Schottische Live Musik im Pub des Hotels. Happy fielen wir danach in die Betten und träumten vom Wiederkommen, aber das versteht sich ja von selbst wenn man die Highlands so liebt wie wir!


Die Bilder zu dieser Wandertour

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