Die schottischen Highlands - Teil I - Wer kennt Sie nicht

Schottische Highlands

Zahlreiche Filme, wie Mel Gibson’s  „Braveheart“, „Highlander“ mit Christopher Lambert und „Rob Roy“ dem schottischen Nationalhelden um nur die bekanntesten zu nennen, wurden in den schaurig schönen schottischen Hochland gedreht. Diese imposante Naturkulisse muss man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Der geografischen, der geschichtlichen, der biologischen, der meteorologischen, der „Whisky-ilogischen“ und der persönlichen Sicht.

Ich möchte mit der persönlichen Sicht beginnen und möchte Euch zunächst die Einwohner der Highlands vorstellen.

Ich kann mich noch gut auf meine ersten Schritte am Stadtrand von Glasgow in Milngavie, dem Start des populärsten Weitwanderweges „West Highland Way“ erinnern. Hier machte ich das erste Mal Bekanntschaft  mit der schottischen Gastfreundschaft. Ein bisschen hilflos irrte ich in dem kleinen Vorort in der Fußgängerzone umher auf der Suche nach einem Quartier. Ein älterer schottischer Herr sprach mich an, ob er mir den helfen könne. Ich sagte ihm ich wäre auf der Suche nach einem Bed & Breakfast.  Er lachte und sagte ich solle mitkommen. Wir gingen einige Schritte und standen etwas später vor einem Parkplatz. Er ging zu einem Wagen und bat mich einzusteigen. Fünf Minuten später hatte er mich beim B&B seiner Schwester abgesetzt. Die Abendunterhaltung drehte sich nur um meine Wanderung und ich wurde regelrecht mit nützlichen Tipps dazu überschüttet. Zum ausgezeichneten Frühstück wurde auch noch mitten am Tisch die österreichische Fahne gehisst. 

Mein persönlicher Crashkurs in Whisky-Kunde

Am Ende des ersten Tages meiner Wanderung in Drymen ging ich nach dem Abendessen noch auf einen Schlummertrunk ins Pub meines Hotels und bestellte bei der Barfrau ein kleines Bier. Nachdem sie es mir an die Theke stellte, fragte sie ob ich auch einen Whisky haben möchte. Meine Antwort darauf war: „Davon habe ich leider keine Ahnung!“. Ein ehrlicher, aber auch folgenschwerer Satz. Rund vier Stunden lang wurde ich in die Braukunst und die verschiedenen Geschmacksrichtungen des schottischen Lebenswassers eingeweiht. Wie viele ich schließlich kosten musste weiß ich nicht mehr. Eines weiß ich aber sicher: Ich ging leicht besäuselt  ins Bett und zum Glück musste ich nicht alle der 300 verschiedenen Whiskys die sich hinter der Theke befanden kosten. 

Und das passiert wenn man einen Schotten nach dem Weg fragt

Ich möchte mit der letzten Anekdote schließen, die sich einige Tage später kurz nach Bridge of Orchy ereignete. Irgendwie war auf einmal nicht klar wie der Weg weiterging. Etwas den Hang hinunter sah ich jedoch eine weiß getünchte Farm. Ich stiefelte hinunter und im Garten des Hauses  werkelte der Bauer. Meine Frage nach dem Weg wurde wie folgt beantwortet: „Der Kaffee ist gerade fertig geworden“. Und ehe ich es mir versah hatte ich eine gute Tasse Kaffee in der Hand und gestenreich erklärte er mir dabei den Weg.  Wie ich mich verabschieden wollte, sagte er ich solle kurz warten. Wenige Sekunden später kam er aus dem Haus, zog sich dabei die Jacke an und teilte mir mit, dass er mir den Weg zeigen werde. Eineinhalb Stunden lang begleitete er mich bis wir schließlich im Rannach Moor anlangten. Dort erzählte er mich noch eine kurze Geschichte über die Besitzer dieser einsamen Gegend, der berühmten schottischen Familie „Fleming“, schließlich ist kein geringerer als Ian Fleming der geistige Vater von James Bond.  Diese bleibenden Erinnerungen meiner ersten Eindrücke über die Schotten begleiten mich nun schon mehr als vier Jahren auf meinen Wegen durch die schottischen Highlands.

Schottische Highlands geht weiter: Beim nächsten Blog werde ich Euch über die geografische Sicht der Highlands berichten.

Peter

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