Isle of Skye Trail - 6. bis 15. April

Start beim Duntulm Hotel
Start beim Duntulm Hotel

Isle of Skye – die Nebelinsel - Ziel der ersten Trekkingtour des Jahres. Mit an Bord die Neueinsteiger in diesem Metier Andi und Alex sowie Peter. Die größte Insel der inneren Hebriden, gilt als eine der spektakulärsten Inseln der Welt. Der namensgebende Nebel samt seiner berüchtigten Wetterkapriolen blieb seinem Ruf absolut nichts schuldig und wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die Einheimischen nehmen es jedoch gelassen und nennen dieses Wetter schlicht „all four seasons in one day“! Via London und Inverness ging es am Tag der Anreise nach Portree. Gestärkt durch ein „Full Scottish Breakfast“ ging es am nächsten Tag los. 128 Kilometer und 4.200 Höhenmeter galt es nun in 8 Tagen zu erobern. Eine mehr als würdige Challenge wie sich herausstellen sollte.

Rückblick auf Rubha Hunish
Rückblick auf Rubha Hunish

Eine 50minütige Busfahrt brachte uns zum Ausgangspunkt: Duntulm Hotel. Erstes Ziel Rubha Hunish der nördlichste „Zipfel“ der Insel. Bei leichtem Nebel und Nieselregen ging es vorbei an dem verlassenen Dorf Erisco und weiter stetig nach oben zum dortigen Bothy (schottisch für Schutzhütte). Hier holten wir unsere Kaffeepause nach, die uns das geschlossene Duntulm Hotel verweigerte. Bei schönem Wetter muss hier der Ausblick atemberaubend sein. Die Betonung liegt auf sein, denn der Nebel gab nur schemenhaft die Umgebung preis. Der Weg führte uns weiter den Klippen entlang und hin und wieder gestattete uns das Wetter die bizarren Felsen auch zu sehen. Nach einem kurzen, steilen Abstieg und „Grashüpfen“ durch hüfthohes Gras in dem sich Alex als Meister dieses eigenwilligen Faches herausstellte, erreichten wir Flodigarry. Im gleichnamigen Hotel wurde ausgiebig relaxt bevor es zu unserem Schlafplatz beim Loch Hasco ging. Das tief mit Nebel verhangene Felsmassiv des „Table Rock“ bescherte uns eine kolossale Kulisse. Der anschließende Regen und Wind konnte jedoch die gute Stimmung im Zelt nicht weiter trüben.

Am Weg zum "Bioda Buidhe"
Am Weg zum "Bioda Buidhe"

Dasselbe Wetter begrüßte uns auch am nächsten Morgen. Aber genau dieser Nebel und Regen (ich weis ich wiederhole mich) verlieh dem Aufstieg zum „Table Rock“ und „Quiraing“ eine ganz eigene mystische Stimmung. Die Natur hat hier Urgesteinsformationen gebildet die man einfach gesehen haben muss. Und Wasserfälle ohne Ende. Die Gipfel jedoch konnten wir mehr erahnen als sehen. Bei nunmehr immer stärker werdendem Wind erreichten wir den Parkplatz am Staffin – Uig Hill Road. Nach einer windgeschützten Pause wollten wir nun den „Bioda Buidhe“ erobern. Es blieb jedoch beim „wollen“. Der Berg wollte uns an diesem Tag einfach nicht bei sich haben. Nicht nur das der Wind immer wilder auf uns einblies, wurden wir etwas später von Graupelschauer wie Maschinengewehrsalben beschossen. Als uns auch noch der Nebel die Geländesicht nahm, entschlossen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt am Parkplatz zurück zu kehren. Der kräfteraubende Tag lies uns schließlich die Entscheidung treffen mit Taxi zum Flodigarry Hotel zurückzufahren, wo wir unsere zweite Nacht verbrachten und unseren nächsten Tag um planen mussten.

Flodigarry Hotel am Morgen
Flodigarry Hotel am Morgen

Obwohl wir kurz überlegten nun Etappe zwei und drei an einem Tag zu bewältigen, zeigte uns der erste Blick am Morgen, dass es sich dabei nur um einen frommen Wunsch handelte. Mit dem Taxi wurde der Berg umrundet und von „The Store – the Old Man“ aus in Angriff genommen. Dieses durch Korrosion zu drei riesigen Felsspitzen geformte Massiv ließ uns die Mühen des Aufstiegs rasch vergessen. Und dann geschah das Wunder namens Sonne die uns erstmals die wahre Pracht der Insel zeigte. Gute 90 Minuten gingen wir noch den Bergkamm entlang der uns immer wieder mit tollen Blicken auf das Meer und die Nachbarinseln belohnte. Nach dem Abstieg entschlossen wir uns noch bis zur „Beareraig Bay“ zu wandern. Auch hier: ein furioser Ausblick auf die Steilküste und den anderen Inseln. Etwas entfernt davon schlugen wir unser Zelt auf und genossen noch etwas die Sonne, die sich jedoch kurze Zeit später dazu entschlossen hatte es mit der Hitze doch nicht mehr zu übertreiben. Daher: ab ins Zelt zu Speis und Trank. Kaum eingezogen, testete der Regen gleich wieder das Material unseres Hilleberg Nallo 4GT.

The Storr - The Old Man
The Storr - The Old Man

Ein morgendlicher Regenguss der Marke „Isle Skye Special“ verzögerte zunächst den Start zu unserem vierten Tag. Ein Tag an dem sich mehr und mehr die Sonne zeigen sollte. Das stetige auf und ab zurück Richtung Portree immer entlang der östlichen Steilküste der Insel war geprägt durch spektakuläre Aus- und Rückblicke. „The Store“ versank wieder langsam in dichtem Nebel und so waren wir froh am Vortag dort gewesen zu sein. Am höchsten Punkt des Tages am „Ben Tianavaig“ konnten wir in der Ferne bereits Portree erblicken. Der Abstieg sollte nun durch eine Umrundung des Berges stattfinden. Wir entschlossen uns jedoch kurzer Hand den Abstieg quer Feld ein durchzuführen. Macht Spaß und fördert auch die Trittsicherheit. Zurück im Hotel von vor vier Tagen sah uns die Besitzerin mit erstaunten Augen an und meinte nur: „mit Euch habe ich nicht mehr gerechnet“. Wir nahmen das quasi als Adelprädikat zum Thema Wettertauglichkeit unserer kleinen Truppe. Nach der Halbzeit der Strecke beschlossen wir den Tag mit einem kleinen Whiskyumtrunk.

Beareraig Bay
Beareraig Bay

Der Wermutstropfen des darauffolgenden Tages war der, dass rund die Hälfte des Weges auf Asphalt stattfinden sollte. Die Sonne tat uns jedoch, abgesehen von einem kleinen Regenguss, den Gefallen sich zu zeigen und so diesen Teil leichter zu meistern. Sanft führte uns der Weg immer am Meeresufer entlang. Am Ende unserer Asphaltrally gönnten wir uns ein Päuschen bei frischem Kaffee und Tee, bevor es nun der Meereszunge entlang nach Sligachan ging. Da der Ort eigentlich nur aus einem Hotel zu bestehen schien, verlegten wir den Tagesabschluss ins örtliche Pub des Hotels. Derart gestärkt ging es zurück zu einem schönen Plätzchen am Wasser. Flux wurde das Zelt aufgestellt. Über den Rest breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Nur soviel sei verraten: Discoparty auf acht Quadratmeter!

Die Meereszunge nach Sligachan
Die Meereszunge nach Sligachan

„Glen Sligachan“ also ein Tal bis hin zur zauberhaften Bucht am Camsunary und weiter nach Elgol stand am heutigen Tag am Programm. Wild, rau und schroff beschreibt einigermaßen dieses Naturschauspiel dieser bis über 900 Meter hohen Berggiganten. Das klingt zwar aufs erste nicht hoch, nur man bewegt sich beinahe unentwegt auf Meeresniveau und das, das sieht einfach gigantisch aus. Und die Berge haben auch beeindruckende Namen: „Sgurr nan Gillean“, Sgurr na Stri“ und „Bla Bheinn“ um nur einige davon zu nennen. An der Bucht angekommen wurde als erstes ein Sonnenbad genommen. Aber irgendwie hat uns das die Sonne sofort übel genommen und bestrafte unser Unterfangen sofort mit einem heftigen Regenguss, der uns jedoch nicht daran hinderte weiterzuziehen. Eine Stunde und dreißig Minuten später erreichten wir das Tagesziel Elgol. Auch hier haben wir wieder etwas Wichtiges dazu gelernt: Nicht alle Fischrestaurants befinden sich am Hafen. Sondern in diesem Fall oben am Berg. Und hat man das erstmal gefunden, was an sich schon schwierig genug war, ist zum Überdruss auch kein Platz mehr frei. Aber Trekker wie wir haben ja einen Vorteil: Immer alles dabei und geschlafen und gegessen wird wo es schön ist. Und kurze Zeit später war auch schon ein idealer Platz dazu gefunden.

Im "Glen Sligachan"
Im "Glen Sligachan"

Am vorletzten Tag unserer Wanderung ging es zunächst auf die Strasse nach Glasnakille und kaum waren wir um die Ecke gebogen, stand da auch schon das Gemeindezentrum samt kleinen Laden. Und da die Sonne so herrlich schien, begannen wir den Tag mal zur Abwechslung mit einer Pause. Man muss halt flexibel sein. Ab Glasnakille wurden wir vom Asphalt befreit und auf breitem Wege ging es immer entlang des Wassers. Und kaum zu glauben, mal abgesehen von zehn Minuten Regen nur Sonne. Das freut das Wanderherz. Ein kurzes Stück ging es noch am „Loch Slapin“ entlang den wir umrunden mussten um nach Torrin zu kommen. Hier sollten sich Andis Wunschvorstellung von einem offenen Cafe erfüllen. Diesen Umstand nützen wir sofort für eine längere Pause. Derart gestärkt entschlossen wir uns dazu an diesem Tag noch etwas weiter zugehen. Auf diese Weise kamen wir zu unserem mit Abstand schönsten Zeltplatz auf herrlich grüner Wiese und direkt am Meer des „Loch Slapin“. Kaum erblickten wir diesen herrlich Platz, als uns auch schon das Wetter zeigte was es so drauf hat. In einem orkanartigen Sturm mussten wir unsere Hütte aufstellen und kaum brachten wir uns darin in Sicherheit prasselte 15 Minuten lang Hagel auf uns ein. Das war sozusagen der Schluss der heutigen Wettervorstellung, denn kurz danach war es plötzlich Windstill samt Sonnenschein. Und es blieb tatsächlich eine ruhige und trockene Nacht.

Trauhafter Schlafplatz am Loch Slapin
Trauhafter Schlafplatz am Loch Slapin

Unser letzter Tag hat eine riesige Überraschung für uns parat – kein Regen! Fast nur Sonne und auch wenig Wind. Vielleicht aber hatte das Wetter einfach nur aufgegeben, da es gesehen hat welche hartgesottenen Jungs wir sind. Mehrmals führte uns der Weg an Ruinen zwangsgeräumter Dörfer aus dem 19. Jahrhundert vorbei. Zunächst hoch oben der Küste entlang und schließlich direkt am Wasser. Nach Überquerung der letzten Bergkette können wir schon den Hafen von Broadford dem Ziel unserer 8tägigen Tour sehen. Zunächst muss jedoch noch der Abstieg gemeistert werden und eine aufgelassene Eisenbahnlinie führt uns schlussendlich an das Ende unserer Trekkingreise. Erst als wir am Nachmittag im Pub unseres Hotels den Zieleinlauf feiern, werden wir uns erst so richtig bewusst wie müde wir mittlerweile geworden sind und die Abschlussfeier fällt wesentlich kürzer aus als wir gedacht hätten.


Die Bilder zu dieser Trekkingtour

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